Was kostet eine professionelle Website? Preisrahmen 2026 mit drei Beispielrechnungen

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Kurz vorweg: Eine professionell umgesetzte Unternehmenswebsite liegt in Deutschland typischerweise zwischen 3.000 und 25.000 Euro. Die Spanne ist deshalb so groß, weil der Preis nicht von der Seitenzahl abhängt, sondern von drei Dingen: wie viel Konzept vor dem Design steht, wie viele Inhalte neu entstehen müssen und wie viel Technik hinter der Oberfläche liegt.

Dieser Artikel zerlegt den Preis in seine Bestandteile, zeigt drei durchgerechnete Beispiele und erklärt, woran Sie ein Angebot erkennen, das später teuer wird.

Was kostet eine professionelle Website?

Eine schlanke Unternehmenswebsite mit fünf bis sieben Seiten kostet in der Regel 3.000 bis 7.000 Euro. Eine individuell konzipierte Website mit eigener Bildsprache, Landingpages und SEO-Grundlage liegt bei 8.000 bis 18.000 Euro. Ein Onlineshop mit Warenwirtschafts-Anbindung beginnt bei etwa 12.000 Euro. Reine Baukastenlösungen ohne Konzept gibt es darunter, sie erfüllen aber selten geschäftliche Ziele.

Hinweis: Das sind marktübliche Spannen zur Orientierung, keine Festpreise. Ihr konkretes Angebot hängt vom Umfang ab.

Woraus sich der Preis zusammensetzt

Ein seriöses Angebot besteht aus sechs Blöcken. Wer nur einen Gesamtpreis nennt, verbirgt meist, an welcher Stelle gespart wird.

1. Konzept und Struktur

Zielgruppen, Angebotslogik, Seitenstruktur, Suchintentionen. Dieser Block entscheidet, ob die Website später Anfragen bringt oder nur hübsch aussieht. Er ist der kleinste Posten und der mit dem größten Hebel.

2. Design

Gestaltungskonzept, Startseite, Vorlagen für Unterseiten, mobile Ansichten. Individuelles Design kostet mehr als ein angepasstes Template, ist aber nur dort nötig, wo die Marke selbst ein Verkaufsargument ist.

3. Umsetzung

Technischer Aufbau, Redaktionssystem, Formulare, Barrierefreiheit, Ladezeit-Optimierung. Hier entscheidet sich, ob Sie Inhalte später selbst pflegen können oder für jede Änderung bezahlen.

4. Inhalte

Texte, Bilder, Videos. Der am häufigsten unterschätzte Posten. Wer Texte selbst liefert, spart Geld, verzögert aber oft den Launch um Wochen.

5. Technik und Recht

Hosting, SSL, Datenschutz, Cookie-Lösung, Tracking-Setup, Backups. Kein optionaler Luxus, sondern Betriebsvoraussetzung.

6. Launch und Übergabe

Weiterleitungen, Indexierung, Schulung, Dokumentation. Ohne sauberen Launch verliert ein Relaunch Rankings, die vorher jahrelang aufgebaut wurden.

Drei Beispielrechnungen

Beispiel A: Lokaler Dienstleister, 6 Seiten

Ein Handwerksbetrieb braucht eine Website, die im Umkreis gefunden wird und Anfragen über ein Formular einsammelt.

  • Konzept und Seitenstruktur: rund 600 Euro
  • Design auf Basis eines individualisierten Templates: rund 1.200 Euro
  • Umsetzung inklusive Formular und mobiler Optimierung: rund 2.000 Euro
  • Texte für 6 Seiten, Kunde liefert Bilder: rund 900 Euro
  • Technik, Datenschutz, Launch: rund 700 Euro

Summe: rund 5.400 Euro. Laufend kommen Hosting und Wartung hinzu.

Beispiel B: Mittelständischer Anbieter mit vier Leistungsbereichen

Ziel sind qualifizierte Anfragen über Google. Jeder Leistungsbereich bekommt eine eigene, suchoptimierte Seite.

  • Konzept, Keyword- und Strukturarbeit: rund 1.800 Euro
  • Individuelles Design mit Vorlagen für alle Seitentypen: rund 3.500 Euro
  • Umsetzung inklusive Landingpage-Baukasten für das Marketing: rund 4.500 Euro
  • Texte für 12 Seiten inklusive Suchintention: rund 2.800 Euro
  • Technik, Tracking, Consent, Ladezeit: rund 1.200 Euro
  • Launch mit Weiterleitungsplan und Schulung: rund 800 Euro

Summe: rund 14.600 Euro.

Beispiel C: Relaunch mit Bestandsschutz

Eine Website rankt gut, ist aber technisch veraltet und auf Mobilgeräten langsam. Der Relaunch soll die Sichtbarkeit erhalten.

  • Analyse des Bestands, URL- und Weiterleitungsplan: rund 1.400 Euro
  • Design-Auffrischung statt Neuentwurf: rund 2.200 Euro
  • Technische Neuumsetzung inklusive Ladezeit: rund 3.800 Euro
  • Übernahme und Überarbeitung bestehender Texte: rund 1.500 Euro
  • Launch, Monitoring der Rankings über 8 Wochen: rund 1.100 Euro

Summe: rund 10.000 Euro. Wie ein Relaunch ohne Sichtbarkeitsverlust abläuft, beschreiben wir im Detail in unserem Migrationsplan.

Was kostet eine Website laufend?

Der Kaufpreis ist nur der Anfang. Realistisch sollten Sie mit 50 bis 300 Euro monatlich rechnen: Hosting je nach Anspruch 10 bis 60 Euro, Wartung und Updates 40 bis 150 Euro, dazu optional Lizenzen für Plugins oder Schriften. Wer hier spart, zahlt später für die Bereinigung eines gehackten Systems ein Vielfaches.

Woran Sie ein zu günstiges Angebot erkennen

  • Es gibt keinen Konzeptposten. Design beginnt sofort, ohne dass jemand nach Zielgruppe und Angebot gefragt hat.
  • Inhalte sind nicht enthalten, werden aber auch nicht als offener Punkt benannt.
  • Es fehlt jede Aussage zu Ladezeit, Datenschutz und Weiterleitungen.
  • Die Website wird auf einem gemieteten Baukasten gebaut, den Sie nicht mitnehmen können.
  • Pflegezugang und Schulung sind nicht Teil der Übergabe.

Wie Sie Angebote vergleichbar machen

Bitten Sie jeden Anbieter um dieselben fünf Angaben. Dann vergleichen Sie Leistungen statt Zahlen.

  1. Welche Seiten sind namentlich enthalten und wer schreibt die Texte?
  2. Wie viele Korrekturschleifen sind eingerechnet?
  3. Wem gehören Quellcode, Design und Domain nach dem Projekt?
  4. Welche wiederkehrenden Kosten entstehen ab dem Launch?
  5. Was passiert mit bestehenden URLs und Rankings?

Häufige Fragen

Kann eine Website auch 1.000 Euro kosten?

Ja, technisch ist das möglich. In dieser Preisklasse bekommen Sie eine Vorlage, in die Ihre Inhalte eingesetzt werden. Für eine Visitenkarte im Netz reicht das. Sobald die Website Anfragen erzeugen soll, fehlt die konzeptionelle Grundlage.

Warum unterscheiden sich Angebote so stark?

Weil sie unterschiedliche Dinge enthalten. Der häufigste Unterschied sind Inhalte und Konzept, nicht die Programmierung.

Lohnt sich WordPress oder ein Baukasten?

Baukasten-Systeme sind günstig im Einstieg und teuer im Ausstieg, weil Inhalte und Struktur nicht ohne Weiteres umziehen. WordPress gehört Ihnen. Die Entscheidung hängt vom Zeithorizont ab, den wir im Plattform-Vergleich ausführlich behandeln.

Wie lange dauert ein Website-Projekt?

Eine kompakte Seite entsteht in vier bis sechs Wochen, ein individuelles Projekt in zehn bis sechzehn Wochen. Der häufigste Verzögerungsgrund sind fehlende Inhalte, nicht die Technik.

Was kostet nur ein Redesign?

Wenn Struktur und Inhalte bleiben und nur die Gestaltung erneuert wird, liegen die Kosten meist bei 40 bis 60 Prozent eines Neubaus.

Was Sie selbst beisteuern können und was das spart

Der Preis sinkt nicht dadurch, dass die Agentur weniger verdient, sondern dadurch, dass weniger Arbeit anfällt. Diese vier Beiträge sind realistisch und wirken sofort:

Umgekehrt gilt: Wer Texte zusagt und nicht liefert, verteuert das Projekt, weil Termine verschoben und Zwischenstände mehrfach aufgenommen werden müssen.

Die Gesamtkosten über drei Jahre

Vergleichen Sie Angebote nicht am Kaufpreis, sondern an den Gesamtkosten über drei Jahre. Ein günstiges Angebot mit teurer Pflege ist nach 36 Monaten oft das teurere.

Auf den Monat gerechnet sind das etwa 270 beziehungsweise 680 Euro. Setzen Sie diesen Betrag ins Verhältnis zum Wert eines einzigen gewonnenen Auftrags. Bei den meisten Dienstleistern trägt sich eine Website ab wenigen zusätzlichen Aufträgen im Jahr.

Wie ein Angebot aufgebaut sein sollte

Ein belastbares Angebot enthält mindestens diese Punkte. Fehlt einer, fragen Sie nach, bevor Sie vergleichen:

  1. Auflistung aller Seiten mit Namen, nicht nur eine Seitenzahl
  2. Wer liefert Texte, wer liefert Bilder, wer prüft rechtliche Inhalte
  3. Zahl der Korrekturschleifen und was danach passiert
  4. Technische Leistungen einzeln: Ladezeit, Formulare, Datenschutz, Tracking
  5. Übergabe: Zugänge, Schulung, Dokumentation, Eigentumsrechte
  6. Laufende Kosten ab Launch, mit Kündigungsfrist
  7. Zeitplan mit Meilensteinen und Mitwirkungspflichten

Zahlungsmodelle im Vergleich

Drei Modelle sind am Markt üblich. Keines ist grundsätzlich besser, sie passen zu unterschiedlichen Situationen.

  • Festpreis: Planbar, verlangt aber ein sauber definiertes Ziel. Änderungen unterwegs kosten extra. Passt, wenn der Umfang klar ist.
  • Nach Aufwand: Flexibel, verlangt Vertrauen und ein Budgetlimit. Passt bei Projekten, deren Umfang sich erst im Verlauf klärt.
  • Monatsmodell: Umsetzung und Betreuung in einer laufenden Rate, meist mit Mindestlaufzeit. Schont die Liquidität, ist über die gesamte Laufzeit aber selten günstiger. Achten Sie darauf, wem die Website am Ende gehört.

Fördermöglichkeiten prüfen

Für Digitalisierungsvorhaben gibt es je nach Bundesland und Unternehmensgröße Zuschussprogramme, deren Bedingungen sich regelmäßig ändern. Erkundigen Sie sich vor Auftragsvergabe bei Ihrer Industrie- und Handelskammer oder Handwerkskammer, welche Programme aktuell offen sind. Wichtig: Fast alle Programme verlangen, dass der Auftrag erst nach der Bewilligung erteilt wird.