WordPress, Shopify oder Webflow? Entscheidungsmatrix für den Mittelstand

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Kurz gesagt: WordPress passt, wenn Inhalte und Sichtbarkeit im Vordergrund stehen und Sie die Plattform besitzen wollen. Shopify passt, wenn Verkaufen die Hauptaufgabe ist und Sie sich nicht um Technik kümmern möchten. Webflow passt, wenn Gestaltung das Verkaufsargument ist und das Team klein bleibt. Die Frage ist nicht, welches System besser ist, sondern welches Problem Sie lösen.

Die Kurzantwort nach Anwendungsfall

Die Entscheidungsmatrix

Wann WordPress die richtige Wahl ist

WordPress ist die richtige Wahl, wenn Ihre Website über Inhalte gefunden werden soll und über Jahre wachsen wird. Sie können jede Seitenvorlage bauen, jede Schnittstelle anbinden und jederzeit den Dienstleister wechseln, ohne die Website zu verlieren.

Wann WordPress nicht passt: Wenn niemand Zeit für Updates und Backups hat und auch keine Wartung beauftragt wird. Ein ungepflegtes WordPress ist ein Sicherheitsrisiko, kein Sparmodell. Wie wir Aufbau und Betrieb übernehmen, steht auf unserer Seite zur WordPress-Umsetzung.

Wann Shopify die richtige Wahl ist

Shopify ist die richtige Wahl, wenn der Verkauf die Hauptaufgabe ist: viele Produkte, wiederkehrende Bestellungen, Zahlungsarten, Versandregeln, Retouren. Sie mieten eine funktionierende Handelsinfrastruktur und sparen sich die technische Verantwortung.

Wann Shopify nicht passt: Wenn der Umsatz vor allem über Beratung und Inhalte entsteht und der Shop nur ein Nebenschauplatz ist. Dann zahlen Sie dauerhaft für Funktionen, die Sie kaum nutzen, und arbeiten inhaltlich gegen die Systemlogik.

Wann Webflow die richtige Wahl ist

Webflow ist die richtige Wahl, wenn Gestaltung Ihr Verkaufsargument ist und Sie eine überschaubare Zahl von Seiten pflegen. Das System erlaubt sehr freie Layouts ohne Programmierung und nimmt Ihnen den Betrieb ab.

Wann Webflow nicht passt: Bei großen Inhaltsmengen, komplexen Redaktionsprozessen mit mehreren Rollen oder wenn deutsche Rechtstexte, Consent-Lösungen und Schnittstellen zu deutscher Software gebraucht werden. Vieles ist möglich, aber nichts davon ist der Normalfall der Plattform.

Die drei Fragen, die die Entscheidung tatsächlich treffen

  1. Wo entsteht Ihr Umsatz? Über Anfragen oder über Bestellungen? Alles andere folgt daraus.
  2. Wer pflegt die Website in zwei Jahren? Ein Team im Haus, eine Agentur oder niemand? Wer „niemand“ antwortet, sollte ein gemietetes System wählen.
  3. Was passiert, wenn Sie den Anbieter verlassen wollen? Bei WordPress nehmen Sie alles mit. Bei gemieteten Systemen nehmen Sie Ihre Daten mit, aber nicht die Website.

Kostenvergleich über drei Jahre

Der Einstiegspreis täuscht. Rechnen Sie über drei Jahre und beziehen Sie den Aufwand für Pflege mit ein.

  • WordPress: höhere einmalige Umsetzungskosten, dafür niedrige laufende Kosten, aber echter Wartungsaufwand.
  • Shopify: niedriger Einstieg, planbare Monatskosten, die mit Umsatz und Apps steigen.
  • Webflow: mittlerer Einstieg, planbare Monatskosten, geringer Wartungsaufwand, begrenzter Ausbau.

Eine Aufschlüsselung der einmaligen Kosten finden Sie in unserem Beitrag zu den Kosten einer professionellen Website.

Häufige Fragen

Ist WordPress unsicher?

Nicht das System ist unsicher, sondern der ungepflegte Betrieb. Aktuelle Versionen, wenige und gut gewählte Plugins, Backups und Monitoring lösen das Thema.

Kann man von Shopify zu WordPress wechseln?

Ja. Produkte, Kunden und Bestellungen lassen sich exportieren. Aufwendig sind Design, Apps und die Weiterleitungen der alten URLs.

Was ist mit Baukästen wie Wix oder Jimdo?

Für eine digitale Visitenkarte sind sie in Ordnung. Sobald Sie mehrere Leistungsbereiche, Landingpages und eine Content-Strategie brauchen, stoßen Sie an Grenzen, die sich nicht durch Fleiß ausgleichen lassen.

Was ist das Beste für SEO?

Alle drei Systeme können technisch sauber ranken. Den Unterschied macht, wie leicht Sie viele gute Seiten erstellen und intern verlinken können. Darin ist WordPress am stärksten.

Kostenvergleich über drei Jahre, konkret gerechnet

Der Einstiegspreis sagt wenig. Diese Übersicht geht von einer Unternehmensseite mit rund fünfzehn Seiten und einem kleinen Shop-Bereich aus.

Merksatz: WordPress verlagert Kosten in die Umsetzung und in die Pflege. Gemietete Systeme verlagern sie in eine monatliche Rate, die mit dem Erfolg wächst. Wer stark wächst, zahlt bei Mietmodellen am Ende mehr, hat dafür aber weniger Betriebsrisiko getragen.

Sonderfälle, die die Entscheidung kippen können

Mehrsprachigkeit

Wenn Sie zwei oder mehr Sprachen brauchen, prüfen Sie das zuerst. Alle drei Systeme können es, aber der Aufwand unterscheidet sich erheblich. In WordPress ist es eine bewusste Architekturentscheidung zu Beginn, kein Schalter am Ende.

B2B-Preise und Kundenkonten

Staffelpreise, Kundengruppen, Angebotsanfragen statt Sofortkauf: Das ist im B2B die Regel und in Standard-Shopsystemen der Sonderfall. Klären Sie diese Anforderungen, bevor Sie sich für eine Plattform entscheiden.

Anbindung an Warenwirtschaft oder ERP

Die Frage ist nicht, ob eine Schnittstelle existiert, sondern welche Felder sie überträgt und in welche Richtung. Lassen Sie sich das an Ihrem eigenen Artikelstamm zeigen, nicht an einer Demo.

Redaktionelle Arbeit im Team

Mehrere Personen mit unterschiedlichen Rechten, Entwürfe, Freigaben, Terminierung: Hier ist WordPress am weitesten, weil es als Redaktionssystem entstanden ist.

Wechsel zwischen den Systemen: was realistisch geht

  1. Inhalte lassen sich fast immer exportieren, meist als CSV oder über eine Schnittstelle. Der Aufwand liegt im Aufräumen, nicht im Export.
  2. Design wird nie übernommen. Rechnen Sie beim Wechsel mit einem Neuaufbau der Oberfläche.
  3. URLs ändern sich fast immer. Ein Weiterleitungsplan ist Pflicht, sonst verlieren Sie die aufgebaute Sichtbarkeit.
  4. Erweiterungen haben selten ein Gegenstück. Führen Sie eine Liste der Funktionen, nicht der Plugins.
  5. Kundendaten und Bestellhistorie brauchen eine saubere Zuordnung, besonders wenn Kundenkonten bestehen bleiben sollen.

Planen Sie einen Systemwechsel wie einen Relaunch, nicht wie einen Umzug. Die Reihenfolge und die häufigsten Fehler haben wir im Migrationsplan beschrieben.

Eine Entscheidungshilfe in fünf Minuten

Beantworten Sie diese Aussagen mit Ja oder Nein. Drei oder mehr Ja in einer Gruppe sind ein starkes Signal.

  • Für WordPress: Wir wollen regelmäßig Inhalte veröffentlichen. Wir wollen unabhängig vom Dienstleister bleiben. Wir haben oder buchen jemanden für die Pflege. Wir brauchen Sonderfunktionen. Datenhoheit ist uns wichtig.
  • Für Shopify: Verkaufen ist die Hauptaufgabe. Wir haben viele Bestellungen. Wir wollen keine Technik verantworten. Standardprozesse reichen uns. Wir wollen schnell starten.
  • Für Webflow: Unsere Website ist ein Aushängeschild. Wir haben wenige Seiten. Design ist wichtiger als Umfang. Wir haben keine komplexen Prozesse. Ein kleines Team pflegt alles selbst.